Vereinsgeschichte

Gründung SLRG
Den Anstoss zur Gründung einer ‘Lebensrettungsgesellschaft’ hat Fred Jent, Sportredaktor der ‘Nationalzeitung’ in Basel Anfang der Dreissigerjahre, gegeben. Dieser hatte sich in jener Zeit intensiv mit dem Schwimmen und den damit zusammenhängenden Gefahren befasst. Er war es schliesslich, welcher einen Kreis Gleichgesinnter um sich scharte, die Mittel und Wege suchten, um gegen den Ertrinkungstod im Speziellen anzukämpfen. Mit der Gründung der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG am 9. April 1933 im Restaurant ‘Zur Kaufleuten’ in Zürich wurde folglich erstmals eine Organisation auf die Beine gestellt, welche sich selber den Auftrag zur Rettung von Menschenleben zu Wasser, zu Land und aus der Luft gegeben hatte.
 

Gründung SLRG Sektion Schwyz
Nachdem eine handvoll Schwimmer im Sommer 1953 erfolgreich einen Rettungsschwimmkurs besucht hatten, zündete der Funke, eine Sektion der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft zu gründen. Mit der Unterstützung des damaligen Zentralpräsidenten Dr. med. Rudolf Bucher –Gründer der Schweizerischen Rettungsflugwacht im Jahre 1952 – sowie der Patensektion Olten wurde am 31. Oktober 1953 im Hotel Drei Könige in Schwyz die SLRG Sektion Schwyz aus der Taufe gehoben. Der erste Vorstand setzte sich zusammen aus dem Präsidenten Alfred Kälin, dem Aktuar Marcel Gaberthuel, dem Kassier Josef Bruhin, dem Materialverwalter Gusty Bolfing, dem Beisitzer Paul Bruhin sowie Paul Lenzlinger, welcher als damals einziger Brevet-II-Inhaber das Amt des technischen Leiters übernahm. Als Starthilfe schenkte die Zentralverwaltung dem jungen Verein einiges Material wie etwa die Wiederbelebungsmaschine Pullmotor und Tauchteller.
 

 
Pullmotor (Geschenk der Zentralverwaltung zur Vereinsgründung)

 

Rettungsfallschirmer
Bereits zu Beginn weg waren die Kursleiter bestrebt sich weiterzubilden und ihre Kenntnisse zu vertiefen. Erwähnenswert dabei ist besonders die Ausbildung der so genannten Rettungsfallschirmer, welche für Rettungen im Gebirge zum Einsatz kamen. Der Grundstein für diese Einheit dürfte wohl die Notlandung einer Dakota DC-53 auf dem Gauigletscher gewesen sein, welche am 19. November 1946 nach einem Flug von Wien nach Marseille vermisst wurde. Auch der damalige technische Leiter Paul Lenzlinger absolvierte im Jahre 1954 bei der Royal Air Force im englischen Abingdon diese Ausbildung und war danach stolzer Besitzer des Brevet IV (Rettungsfallschirmer). Mit der weiteren technischen Entwicklung in der Luftfahrt verschwanden jedoch die Rettungsfallschirmer allmählich von der Bildfläche. Weiter löste sich dann im Jahre 1960 die Schweizerische Rettungsflugwacht – heute Rega – von der SLRG ab und wurde ein eigener Verein.

 

 

 

Wer kennt die Mannen?

 

 

Weiterbildung
Anfangs bestand die Sektion aus gut 30 Mitgliedern. Der Verein wuchs jedoch stetig und bereits fünf Jahre später zählte man 80 Mitglieder. Auch führte man alljährlich Rettungsschwimmkurse durch, welche anfänglich nur im Seebad Seewen, später mehr oder weniger in der gesamten Region stattfanden. Da zu dieser Zeit weit und breit kein Hallenbad zu finden war, mussten die Kurse immer im See stattfinden. Oftmals hinderte schlechte Sicht das Tauchen nach Sandsack und Tellern und das kalte Wasser erschwerte nicht selten Unterricht und Prüfungen. Auch wurden bereits sehr früh die Kenntnisse des Rettungsschwimmens in Form des Jugend-Brevets an Jugendliche weitervermittelt.
 

 
Brevet-I Prüfung vom 29. August 1954 im Seebad Seewen. Vermutlich ist dies der erste Kurs der SLRG Sektion Schwyz.

 

Heute sind wir in der Lage, in den Hallenbädern in Brunnen, Rickenbach und im Theresianum Ingenbohl Kurse anzubieten und so dem Grundgedanken der SLRG – Verhütung von Unfällen im Wasser – nachzuleben.
 
Gerätetauchen
Aus dem Protokoll der ersten Generalversammlung geht hervor, dass bereits im Jahr 1954 ein Tauchgerät zum Materialbestand der SLRG Schwyz gehörte. Dieses Gerät – heute eine Antiquität – animierte den einen oder anderen einen Tauchkurs zu besuchen. So waren es dann auch Joe Reichmuth und Edi Steiner, welche die ersten Taucher in der Region waren und deren Brevets die Unterschrift des weltberühmten Tiefseetauchers und Meeresforschers Cousteau ziert. Sie waren es auch, die anno dazumal unter anderem die Kantonspolizei Schwyz bei diversen Tauch- und Suchaktionen unterstützten. Aufgrund der stark aufkommenden Taucherei beschloss man sich im Jahre 1971 das Tauch-Team ins Leben zu rufen. Anfänglich wurden diese für diverse Spezialarbeiten wie Sanierung von Hafenmolen, Reinigungen von Berg- und Stauseen, Bestandesaufnahmen (Unterwasserfotographie), Werbefilme (Unterwasserfilme), Suchaktionen, Vermessungsarbeiten usw. eingesetzt. Im Weiteren war auch das Mitteilungsblatt ‘Seegurke’ ebenfalls auf die Initiative der Tauchgruppe zurückzuführen. An der Generalversammlung im Jahr 2001 wurde entschlossen, das Tauchen nach 31jähriger Vereinszugehörigkeit als einen eigenständigen Verein weiterzuführen.
 

Rettungssport
Bereits von Beginn weg nahm die SLRG Sektion Innerschwyz – mit wenigen Ausnahmen – an den Schweizerischen Sektionstreffen (heute Schweizermeisterschaft) teil.

 

 


An die Schweizermeisterschaft mit Krawatte!

 

So waren bereits im Jahre 1954 in La Chaux-de-Fonds eine erste Damen- und Herrenmannschaft am Start. Diesbezüglich dürfte der erste grosse Erfolg der Gesamtsieg in der Kategorie C Herren im Jahre 1972 in Schaffhausen gewesen sein. Da diese spezielle Kategorie der Seeclubs danach abgeschafft wurde, ist dieser geschichtsträchtige Pokal auch heute noch im Schaukasten in der Badi Seewen zu bewundern. Nebst diesen Meisterschaften organisierte unsere Sektion auch noch die Wettkämpfe auf dem Stoos, bei welchen die umliegenden Sektionen Uri, Weggis, Küssnacht, Einsiedeln und Lachen vertreten waren. Dieser Wettkampf galt früher als die eigentliche Qualifikation für die kommenden Schweizermeisterschaften. Aber auch den Bereich Volksschwimmen förderte unser Verein mit dem Schwanauschwimmen, welches anlässlich des 25jährigen Jubiläums geboren wurde. Leider konnte dieser Anlass in den vergangenen Jahren nicht mehr durchgeführt werden.
 
Als im Jahre 1981 unter der Leitung von Pius Lenzlinger das Jugendschwimmen im Hallenbad Brunnen geboren wurde, ahnte wohl noch niemand von den anstehenden Erfolgen der kommenden Jahre. Auch der Entscheid, das vorerst gemeinsame Training in die beiden Stärkegruppen Sport und Fitness aufzuteilen um leistungsgerechtere Trainings anbieten zu können, erwies sich rückblickend gesehen als ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und so war es denn nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die grossen Erfolge der Innerschwyzer Rettungsschwimmer einstellten. Erstmals schaffte es das Herrenteam im Jahre 1990 mit nur 2 Punkten Vorsprung auf Baden-Brugg auf den dritten Platz vorzustossen. Das Jahr darauf konnte man diesen Platz bestätigen und im Jahre 1992 in Horgen sogar die silberne Medaille feiern. Dass man ein Jahr später – 21 Jahre nach dem Gewinn des Titels in der oben beschriebenen Kategorie C – erstmals wieder zu oberst auf dem Podest stehen konnte, war schliesslich der Lohn für eine konsequente Trainingsarbeit sowie der Juniorenförderung. Seither reitet unsere Sektion auf einer Welle des Erfolgs. So ist nun seit bald dreissig Jahren immer ein Team der SLRG Innerschwyz bei den Damen oder den Herren auf dem obersten Podest. Bei den Herren hat sich eine Siegesserie seit 2015 etabliert, bei den Damen nun seit mehr als 15 Jahren.

 

Internationale Erfolge
Unsere Sektion durfte aufgrund dieser nationalen Erfolge an internationalen Grossanlässen die Farben der Schweiz vertreten. So war der erste Grosseinsatz an der Weltmeisterschaft in Valenciennes, gefolgt von den Europameisterschaften in Warendorf, Eindhoven, Antwerpen und Mallorca. Als das Tüpfchen auf dem i darf man wohl die Teilnahme an den im Jahre 2000 durchgeführten Weltmeisterschaft im australischen Sydney bezeichnen, wo unser Viererteam in der Staffeldisziplin Two-Two den Vizeweltmeistertitel nach Hause tragen konnte. Dass man schliesslich zwei Jahre später International noch grössere Erfolge zu feiern hatte, hatte wohl niemand im Traum daran gedacht. So durften wir nebst einer neuerlich gewonnen Silbermedaille an der Weltmeisterschaft in Daytona/Florida auch noch eine weitere Silber- und gar Goldmedaille feiern, welche durch die beiden Innerschwyzer Philipp Hediger und Marco Camenzind an den Junioreneuropameisterschaften in Bulgarien erkämpft worden waren. In jüngerer Vergangenheit konnten die Innerschwyzer an die vorgelegten Erfolge anknüpfen. So sind mehrer Mitglieder der SLRG Innerschwyz fester Bestandteil der schweizerischen Nationalmannschaft. Wo sie mehrere Erfolge auf internationaler Bühne verbuchen konnten auch in jüngster Vergangenheit. So Daniela Reichmuth und Fabienne Blum, welche eine Silbermedaille im Line Throw an der Europameisterschaft 2015 in Wales ergatterten. Jonas Abgottspon und Nico Lenzlinger welche im Beach Sprint Relay an der Junioreneuropameisterschaften 2015 in Spanien eine Bronzemedaille gewannen, nach dem Jonas Abgottspon bereits im Line Throw mit Cyril Senften Gold gewann. Weiter auch Kevin Schuler welcher an der Europameisterschaft 2017 in Belgien im Board Rescue mit seinem Teamkollegen Sandro Wanger eine Bronzemedaille erzielte. 
 

Schwyzer Mannschaft des Jahres
Alle diese nationalen und internationalen Erfolge führten schliesslich dazu, dass unsere Sektion erstmals im Jahre 1993 in Wollerau zur Schwyzer Sportlermannschaft des Jahres 1992 gewählt wurde. Seither waren wir Stammgast bei der alljährlichen Sportlerehrung und durften als Dank und Anerkennung unserer Erfolge jeweils Goldvrenelis in Empfang nehmen. Dass wir neun Jahre später nochmals zur Mannschaft des Jahres 2001 gewählt wurden, zeigt doch deutlich den hohen Stellenwert der SLRG Sektion Innerschwyz sowie des Rettungsschwimmsportes in unserer Region. 
 

Heute und Morgen
Heute zählt unser Verein ca. 200 Mitglieder und wird von einem neunköpfigen Vorstand angeführt. Unser Kurs- und Tätigkeitsprogramm sowie die unzähligen Rettungsdienste in den insgesamt sechs See-, Frei- und Hallenbädern können sich in jeder Hinsicht sehen lassen. Auch die Jugendarbeit braucht sich nicht zu verstecken, zählen wir doch zurzeit ca. 80 Jugendliche in vier verschiedenen Trainingsgruppen. Auch die hohe Zahl von Mädchen und Knaben in den Kinderschwimmkursen zeigen das grosse Engagement der SLRG Innerschwyz die Grundziele der SLRG zu erreichen. Eine Vielzahl dieser Aktivitäten werden die SLRG Innerschwyz auch in Zukunft begleiten und dafür sorgen, dass das Vereinsleben abwechslungsreich bleibt.