WM 2014 Montpellier / La Grande Motte

Nach einem Heftliaufruf im Spätsommer '13 meldeten sich einige Interessierte. Darauf stellten unsere Trainer Dani, Flavio und Barni einen Trainingsplan und die möglichen Teams zusammen. Dies ergab ein Mini-Masterteam und je ein Interclub Damen und Herren Team. Wir trainierten intensiv auf den Grossanlass hin. Die WM 2014 fand in Montpellier / La Grande Motte (F) vom 13. bis 28. September statt.

 

Mittwoch, 10.9.: Heidi und Barni fahren mit einem ersten Teil Wettkampfmaterial, 3 Surfskis und 2 Boards ans Mittelmeer. Endlich Sommer, warme Temperaturen empfangen uns hier. Das Bungalow auf dem Zeltplatz in La Grande Motte ist schnell eingerichtet.

In drei intensivenTrainings holen wir uns den letzten Schliff, einige Starts, in den Wellen Board und Surfski fahren. Auch das Schwimmen in der Brandung ist trickreich; wie lange soll ich durchs Wasser rennen, wann wechseln zu Delphinsprüngen und wann habe ich wirklich genug Wasser um zu crawlen? Natürlich übten wir einige Beachflags Starts, diese zwei Tage sind im Nu vorbei.

 

Samstag, 13.9.: das Olympiabecken ist zum freien Training offen. 50m-Becken, 3m tief, glatte Bodenplättli, verstellbare Startböckli. Beim Einschwimmen treffen wir alte Kollegen aus Deutschland und Canada und lernen Neue aus Italien und Neuseeland kennen. Gemeinsam versuchen wir mit den Verhältnissen klar zu kommen, um am Wettkampftag top vorbereitet zu sein.

Am Abend findet das Team Manager Briefing für den Schwimmbadteil statt. Ab 30 Jahren ist man bei den Master's startberechtigt, eingeteilt in Alterskategorien zu fünf Jahren. Bei den Masters werden die Läufe nach Meldezeit eingeteilt und keine separate Finals geschwommen. Auf diese Weise ist es schwierig während dem Wettkampf den Überblick zu halten, wer in der Altersgruppe sich wo auf der Rangliste befindet. Dafür ist es spannend mit ähnlich Schnellen zu schwimmen.

Aus Australien, Neuseeland, Südafrika, Canada, Amerika, Deutschland, Spanien, Italien, England, Polen, Iran etc. sind alle gespannt auf die folgende:

 

Masters Lifesaving World Championships Rescue 2014

 

Sonntag, 14.9.: um 05:00 Uhr aufstehen, Fahrt nach Montpellier, einschwimmen und gleichzeitig Briefing, um 08:00 Uhr beginnt der erste Wettkampf. Heidi steht eine Viertelstunde hinter dem Startbock bereit bis der erste Lauf dieser WM startet.

Die erste Disziplin ist 200m Hindernisschwimmen, es gilt pro 50m zwei Hindernisse zu untertauchen. Heidi erreicht bei geringer Konkurrenz den 13. Rang. Barni belegt den 16. Rang, eine gute Platzierung da er mit einer wassergefüllten Schwimmbrille kämpft. Am Nachmittag findet '100m Manikin Carry with Fins' statt. Mit Flossen 50m zurücklegen, die Puppe aus 3m Tiefe heraufholen und diese 50m zurückschleppen. Barni unterbietet seine gemeldete Zeit und erreicht Platz 15.

Um sechs Uhr abends verlassen wir das 'Tropenhaus' und freuen uns auf frische Luft und eine kulinarische Stärkung, denn morgen geht's weiter.

 

Montag, 15.9.: wir stehen wieder früh auf. Die Muskeln sind noch etwas schwer vom Vortag. Zweiter Pool Tag, nach dem Briefing fokussieren wir uns auf die Einsätze. Die erste Disziplin '100m Manikin Tow with Fins'. Mit Flossen und Gurtretter werden 50m zurückgelegt, eine Puppe mit dem Gurtretter sichern und diese 50m zurückziehen. Barni erschwimmt sich den 13. Platz. Danach '50m Manikin Carry', dass heisst 25m schwimmen, abtauchen, aus 3m Tiefe eine Puppe heraufholen und die restliche Distanz abschleppen. Kurz, Barni ist kein Puppenschwimmer.

Sofort zurück nach La Grande Motte, um fünf das Briefing im Palais des Congres für den Freiwasserteil. Die Auslosung der Disziplinreihenfolge im Oceanman ergibt : Schwimmen / Board / Ski. Ein Team Captain aus Australien erkundigt sich wie der Hai-Alarm aussieht, .. schmunzeln .., ja wir sind am Mittelmeer.

 

Dienstag, 16.9.: erster Ocean-Tag, wir freuen uns. Früh sind wir am Strand, es ist noch dunkel. Wir schleppen unsere Surfskis, Paddels und Boards zum Strand. Wieder ein Briefing. Zum Glück starten wir in der gleichen Wettkampf-Arena (es gibt drei), so können wir uns besser unterstützen. Die Oceandisziplinen finden alle nach dem KO-System statt. Je nach Anzahl gemeldeter Teilnehmenden errechnet man die Anzahl Vorläufe bis nur noch 16 bis 24 im Final sind.

Die Wendebojen sind bereits jenseits der Brandung gesetzt und färben sich im Morgenrot. Wir beginnen mit Board Race (Rundkurs ca. 500m), Barni kommt bis in den Halbfinal und scheidet dort als 12. aus, Heidi erreicht in ihrem Vorlauf den undankbaren 9. Platz. Anschliessend startet das Surfski Race (Rundkurs ca. 550m), Barni kommt gut bis in den Final und wird mit dem 13. Schlussrang belohnt. Wir sind schon stark mit dem Zeitplan im Verzug und beginnen nach dem Mittag mit dem Oceanman, der Königsdisziplin (nacheinander Schwimmen 300m, Board 500m, Surfski 550m, Strandlauf 200m). Die grosse Materialschlacht gewinnen wir mit der tatkräftigen Unterstützung durch das Team aus Schaffhausen, ein grosses MERCI. Da einige Teilnehmende absagen können wir direkt in den Finals starten, Barni erreicht den 16. und Heidi den 10. Platz. Knapp vor dem Eindunkeln laufen wir den 70m Beach Sprint und scheiden je in den Vorläufen aus.

 

Mittwoch, 17.9.: zweiter Ocean-Tag, müde aus den Betten und wieder früh an den Strand. Das Wetter hat umgeschlagen, starker Wind mit Gischt und Sand und draussen 1m Wellen. Beim Briefing erhalten wir die letzten News, wir haben noch einige Teamdisziplinen und Finalläufe vom Vortag nachzuholen. Bis dahin beobachten wir den Wettkampf der IRB's. Dies gibt auch die Gelegenheit mit den Leuten den Einsatz dieser Rettungsboote, die Rettungstaktik, sowie Vor- und Nachteile des Rettungsgeräts zu diskutieren.

 

Unser erster Einsatz ist erst am Mittag. Beim Beachflag liegen alle im Sand, stehen auf Pfiff auf und rennen 15m zu einer Reihe Stöckli. Davon hat es weniger als Wettkämpfer und so scheidet jedesmal einer aus. Heidi ist zuerst an der Reihe und erreicht bei ihrer Alterskategorie den 7. Schlussrang, Barni ist zu langsam im Aufstehen und scheidet bereits in der ersten Runde aus. Zum Tagesabschluss ist noch der 2km Beach Run (zweimal zu einer ca. 500m entfernten Flagge hin und zurück rennen). Heidi rennt mit ihren Alterskolleginnen los und kämpft mit dem starken Gegenwind.

Am Abend besuchen wir die Abschlussparty. Aus der Schweiz ist Reto Abächerli, SLRG Geschäftsführer, und Ueli Bärtschi, Regionalpräsi Zentralschweiz, eingetroffen. Zusammen diskutieren wir über die Entwicklung der SLRG. Damit ist für uns Masters die WM 2014 vorbei, wir verabschieden uns von den alten und neuen Freunden aus aller Welt. Einige werden wir in der Folgewoche wieder sehen, als Trainer und Supporter an der Interclub WM. Aus der Schweiz waren drei Sektionen da: Bern, Schaffhausen und Baden-Brugg.

 

Donnerstag, 18.9.: unser Ruhetag, lange Ausschlafen und das Regenende abwarten. Dann am Mittag Board aufs Autodach und ab an den Strand, richtig schöne Meterwellen empfangen uns. Auch wenn die Rescueboards nicht direkt fürs Surfen geeignet sind lassen wir uns von den Wellen gekonnt herumschieben. Am Abend sind wir beim Team von Schaffhausen zum Nachtessen eingeladen

 

Freitag, 19.9.: Da es in der Nacht Sturmwinde gab, verspricht das Meer wieder grosse Wellen. Daher am Morgen zeitig aufstehen und an den Strand fahren. Die Wellen sind etwas kleiner, darum können wir ein gezieltes Training machen. Gleichgewichtsübungen, paddeln durch die Wellen mit Sicht auf den Rettling, Sprints längs zu den Wellen, aber auch Wasser lesen, Strömungen orten und Sprungschicht fühlen.

Gegen Abend treffen bereits die restlichen BernerInnen ein, Interclub WM wir sind bereit.

(Fortsetzung folgt)