SLRG lanciert 5. Wasseratelier zur Prävention von Ertrinkungsunfällen

Risikoverhalten junger Erwachsener – Auswirkungen auf die Unfallprävention?


Am Freitagmorgen fand im Campus Sursee das 5. Wasseratelier unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG und der Beratungsstelle für Unfallverhü-
tung bfu statt. Unter dem Thema „Risikoverhalten junger Erwachsener“ wurden wirksame Inhalte für künftige Präventionskampagnen gesucht.

 

Mit der Durchführung des 5. Wasserateliers nahm sich die Schweizerische LebensrettungsGesellschaft SLRG zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu dem Thema „Risikoverhalten junger Erwachsener an. Das Thema bewegt insbesondere deshalb, weil waghalsige junge Erwachsene (vor allem die Gruppe der jungen Männer) häufiger ertrinken als andere Schwimmerinnen und Schwimmer.

 

Der Anlass war hochkarätig besetzt. Nebst Präventionsexperten verschiedener Polizeikorps waren auch Vertreter des Badmeisterverbandes, Sportämter und andere wassernahen und an der Prävention interessierte Organisationen anwesend. Das Ziel der SLRG und der bfu, Wasserprävention zu einem breiter beachteten Thema zu machen trug erste Früchte.

 

Mit Professor Dr. Bernd Figner von der Radboud Universität Nijmegen NL, war ein ausgewiesener Experte in der Entscheidungs- und Risikoforschung anwesend. In seinen Ausführungen zeigte Figner wieso Menschen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter vermehrt riskantes Verhalten an den Tag legen und wieso dies zu einer normalen Entwicklung des Menschen dazu gehört.

 

Ein zentraler Aspekt laut Figner ist, dass es ein gewisses Mass an Risiko braucht, um sich persönlich entwickeln zu können. Figner kommt denn auch zum Schluss, dass es für die Unfallprävention nicht das eine Allheilmittel gibt: „Typischerweise weiss die Risikogruppe um die Gefahren; das Problem ist, dass dieses Wissen in der Situation selbst nicht das Verhalten beeinflusst.“ Neue Ansätze für die Unfallprävention sind demnach gefragt und werden auch für die Zukunft einige Knacknüsse bereithalten.

 

Figners Impulsreferat bereitete den Weg in eine spannende Podiumsdiskussion mit der Risikogruppe selbst – die Studenten der Kantonsschule Sursee stellten sich mit dem Experten den Fragen des Publikums. Im anschliessenden Worldcafé wurden die anwesenden Gäste aktiv in die Veranstaltung eingebunden. Die Fülle an Ideen war enorm und nach erster Durchsicht sehr befruchtend für die künftige Wasserunfallpräventionstätigkeit. Besonders wertvoll war, dass sich jeder Beteiligte aus seiner professionellen Problem- und Erlebnissicht einbringen konnte.

 

Weitere Informationen

4 x 6 Regeln der SLRG

SLRG Studie: Wasser- und Badeunfälle in der Schweiz

 

Informationen und Bilder

Philipp Binaghi, Leiter Kommunikation und Marketing, Tel. 078 789 98 83, kom@slrg.ch